Waldsiedlung – Ohne Wald?

Auf dem Gelände der ehemaligen „Röttiger-Kaserne“ werden noch heute besonders Kampfmittel aus dem 2. Weltkrieg vermutet. Solche Kampfmittel sind auch mit derheute zur Verfügung stehenden, moderner Technik nur sehr schwer aufzuspüren. Um eine Gefahr für zukünftige Bewohner jedoch sicher ausschließen zu können, ist nach unseren Informationen geplant, die gesamte „Verdachtsfläche“ räumtechnisch zu untersuchen.

Dieses hat nach der bisher öffentlichen Berichtserstattung die Folge, dass auf dem ehemaligen Kasernengelände bis zu 2.100 Bäume einer Rodung zum Opfer fallen.

Unter diesem Eindruck hat die SPD Gemeinderatsfraktion heute beantragt, die auf
dem ehemaligen Standortübungsplatz Fischbeker-Heide gelegenen Fläche, die nach
dem Masterplan zur Entwicklung einer Waldsiedlung mit bis zu 60 Wohneinheiten
(WE) vorgesehen ist, diese nach folgenden Fragestellungen ggf. erneut zu
überprüfen und folgende Fragen zu beantworten:

  • Frage: Ist bei der Umsetzung der Waldsiedlung ein dort ähnliches Szenario wie auf der ehemaligen Fläche der „Röttiger-Kaserne“ zu befürchten?
  • Frage: Gibt es technische Möglichkeiten ein weniger belastendes Verfahren als die vollständige Rodung anzuwenden?
  • Frage: Wer würde ggf. die hierfür entstehenden Mehrkosten tragen?

In der Planung einer Waldsiedlung hat für uns der Begriffsanteil „Wald“ eine herausragende Bedeutung. Auf dem Gebiet der Gemeinde soll ein erdachtes Wohnen mit Waldanteil und das auf Grundstücken mit Flächen ab 1.750 qm im Fokus stehen. Ausgehend von der sich auf dem ehemaligen Gelände der „Röttiger-Kaserne“ heute zeigenden Entwicklung, möchten wir mit diesem Prüfantrag schonim Vorfelde und damit sehr rechtzeitig ein hier sich so wiederholendes Szenario ausschließen.

„Wenn sich unsere Befürchtungen mit den Antworten bestätigen, steht diese Waldsiedlung unter völlig neuen Voraussetzungen“, erklärt der Fraktionsvorsitzende Tobias Handtke. Und Thomas Grambow, Vorsitzender des Bau,Planung und Umweltausschusss ergänzt: „Eine Waldsiedlung ohne Wald greift noch massiver in die Natur hinein und das gilt es zu verhindern.“