Tobias Handtke im Gespräch mit über 1.200 Bürgerinnen und Bürger

In der vergangenen Woche traf sich SPD-Landtagskandidat Tobias Handtke mit den beiden Vereinsvorsitzenden Änne Heinrich vom Sozialverband Deutschland (SoVD) und Ellen Knopp vom Verein „Lange Aktiv Bleiben“ (LAB) zu einem Gedankenaustausch in Neu Wulmstorf. Im übertragenden Sinne ein Gespräch mit über 1.200 Menschen, denn in etwa über so viele Mitglieder verfügen SoVD und LAB zusammen.

 Auf aktuelle Fragen angesprochen, äußerten beide Vorsitzenden ihre Sorge nach der Zukunft der erst im vergangenen Jahr bezogenen Räumlichkeiten in der Neu Wulmstorfer Hauptschule. Beide Vereine nutzen die ehemaligen Klassenräume, die nach dem anhaltenden Absinken der Schülerzahlen seitens der Gemeinde den Vereinen zur Verfügung gestellt wurden. „In nächster Zeit müssen wir uns mit der Zukunftsfähigkeit der Hauptschule insgesamt und auch im Hinblick auf die Situation in Neu Wulmstorf beschäftigen“, so Handtke. Zum jetzt begonnenen Schuljahr haben lediglich 20 Schüler den Weg in die 5. Klasse der Schule gefunden. „Mit solchen zukünftigen Schülerzahlen, und damit ist zu rechnen“, meint Handtke, „ist hier schon in den nächsten Jahren Handlungsbedarf gegeben.“ Ein wenig optimistischer scheint der Ausblick für die Vereine. Diese haben als Nutzer der Räumlichkeiten einen zu beachtenden „Vertrauensschutz“. Allerdings zeigt sich, dass die Belange der im sozialen Bereich tätigen Vereine nicht einschätzbar sind. Welche Lösung auch immer gefunden wird, sie stehen sicher mit an erster Stelle.

Weitere Fragen an den SPD-Landtagskandidaten betrafen das Ehrenamt und die ihm entgegengebrachte Wertschätzung. Änne Heinrich und Ellen Knopp sind der Meinung, dass es hier gefühlt Defizite gibt. Häufig entsteht der Eindruck, dem Ehrenamt wenden sich nur noch Menschen zu, die neben der notwendigen Zeit das Geld mitbringen, um eine solche Tätigkeit leisten zu können. Die seitens der niedersächsischen Landregierung eingeführte Ehrenamtskarte erscheint ihnen als zu „bürokratisch“. Die vergünstigten Angebote finden sie als zu wenig verlockend, um damit Ehrenamtliche für beispielsweise notwendige Vorstandsarbeiten gewinnen zu können. Als mögliche Anregung schlugen die zwei Vorstandsvorsitzenden vor, den Ehrenamtlichen wieder verstärkt eine persönliche Wertschätzung entgegenzubringen. Die beiden Vereine etwa laden einmal im Jahr alle ihre ehrenamtlich Tätigen als Dankeschön für ihre Arbeit zu einem kleinen Fest ein. Eine auch in Gemeinde und Landkreis sicher durchführbare Idee wie sie finden. Tobias Handtke als heutiger Gemeinderat und Kreistagsabgeordneter nimmt diesen Vorschlag gerne auf und mit nach Hannover.

Gleiches gilt für ein Projekt namens „Nette Toilette“. Es bietet neben vorhandenen öffentlichen Toiletten kostenlose Toiletten zum Beispiel in Geschäften, bei Ärzten oder in anderen Einrichtungen an. Diese sind durch eine entsprechende Auszeichnung gekennzeichnet. Vergleichbar ist es unter anderem mit den bekannten „Kinderinseln“. Hier haben Kinder und Jugendliche in Neu Wulmstorf die Möglichkeit, kostenfreie Telefonate zu führen. Mit dem Projekt „Nette Toilette“ könnten wieder Menschen an Unternehmungen aktiv teilhaben, die sich aufgrund einer bestehenden Inkontinenz nicht mehr vor die Haustür wagen. Das ist gerade bei der älter werdenden Gesellschaft ein Thema, welches nicht gerne öffentlich behandelt, aber umso dringender erscheint.

Die Probleme ansprechen und etwas dagegen tun, zwei Maxime denen sich Handtke schon seit vielen Jahren fest verschrieben hat. „In diesen kleinen Runden erfahre ich viel von den Sorgen und Nöten, die Vereine und Institutionen haben, die jedoch in der breiten Öffentlichkeit in dieser Form nicht bekannt beziehungsweise wahrgenommen werden“, so das Resultat des SPD-Landtagsabgeordneten nach dem Sechs-Augen-Gespräch. Diese Art von Gesprächen wird er in den kommenden Wochen fortführen und sicherlich einige Ansätze und Problemstellungen in seine politische Arbeit zukünftig einfließen lassen.