„Hamburg soll von unseren Sorgen erfahren“

Raststätte Elbmarsch, A 26, Bildungspolitik: SPD-Landtagkandidat Tobias Handtke bat Hamburgs SPD-Fraktionschef Andreas Dressel zum Gespräch unter Nachbarn.

Andreas Dressel und Tobias Handtke
Regina Lutz, Andreas Dressel, Tobias Handkte, Klaus-Dieter Kirchhoff und Thomas Grambow (v.l.n.r.)

Hamburgs SPD-Fraktionschef Andreas Dressel fuhr am Ende des Gesprächs im Hotel Maack in Maschen mit einem ganzen Bündel von Fragen und Anregungen im Gepäck wieder in die Hansestadt. Unter dem Motto „Unter Nachbarn“ hatte SPD-Landtagskandidat Tobias Handtke den politischen Freund und Kollegen zu einem Austausch über Themen eingeladen, die sowohl für den Landkreis Harburg als auch für Hamburg von spezieller Bedeutung sind.

„Insbesondere die Gemeinden Seevetal, Neu Wulmstorf und Rosengarten meines Wahlkreises haben allein geografisch einen starken Bezug zu Hamburg“, erklärte Handtke. Deshalb waren neben interessierten Bürgerinnen und Bürgern auch Kommunalpolitiker der betroffenen Gemeinden an dem Gespräch beteiligt.

Viel Gesprächsbedarf gab es zum geplanten Bau der Raststätte Elbmarsch in Meckelfeld. „Bei uns in Seevetal rauscht der Verkehr bereits von allen Seiten“, klagte Gemeindebürgermeister Günter Schwarz. „Deshalb werden wir alles tun, um die Raststätte zu verhindern.“ Moorlandschaft würde zerstört, Landwirte in Existenznöte gebracht. Dabei sei die nächste Raststätte Stillhorn auf Hamburger Gebiet nur knappe sechs Kilometer entfernt.

„Echte Alternativen sind vom Bund als Auftraggeber, aber auch vom Land, nicht untersucht worden“, so Schwarz. Andreas Dressel sagte, dass Hamburg in die Planungen tatsächlich weder einbezogen noch darüber informiert wurde. „Fest steht, dass wir aufgrund des stetig zunehmenden Lkw-Verkehrs Stillhorn weiterhin benötigen. Meckelfeld wird also Stillhorn nicht ersetzen.“ In den Anfängen der Planung war dies als Begründung für den Bau der Raststätte Elbmarsch genannt worden.

„Mir geht es vor allem darum, dass Hamburg von diesen Sorgen hier bei uns erfährt. Verkehrstechnisch fühlen wir uns halt als Lärmauffangbecken Hamburgs“, ergänzte Tobias Handtke. „Was wir bisher bei der ganzen Sache vermisst haben, uns aber gewünscht hätten, ist eine ergebnisoffene Herangehensweise von Bund und Land.“

Ein weiteres Verkehrsthema zwischen Hamburg und Landkreis Harburg brachte Thomas Grambow, Vorsitzender des Neu Wulmstorfer Bau- und Planungsausschusses, auf den Punkt: „Wenn der dritte und der vierte Bauabschnitt der A 26 nicht gleichzeitig fertig gestellt werden, bricht in Rübke und den umliegenden Ortschaften ein Verkehrschaos aus!“ Der dritte Bauabschnitt endet in Rübke auf niedersächsischem Gebiet, der vierte Bauabschnitt führt von der Landesgrenze zur A 7 und liegt damit auf Hamburger Gebiet. „Wir wollen uns bemühen, eine möglichst gleichzeitige Verkehrsfreigabe der Abschnitte zu bewerkstelligen“, versprach Dressel. Auch den Wunsch nach einem nördlichen Autobahnzubringer für Rübke und die Süderelbe-Region wollte Dressel als Diskussionsgrundlage mit nach Hamburg nehmen.

Abschließend ging es bei dem Gespräch in Maschen um Bildungspolitik. „Allein im vergangenen Jahr hat die Gemeinde Rosengarten 20.000 Euro an Hamburg für die Inanspruchnahme von Kitas in Hamburg gezahlt“, betonte Regina Lutz, Vorsitzende des Kinderbetreuungs- und Schulausschusses der Gemeinde. Sie wünsche sich, nicht zuletzt und vor allem auch im Schulbereich, so etwas wie einen reibungslosen und unkomplizierten „kleinen Grenzverkehr“ zwischen Hamburg und dem Landkreis Harburg. „Natürlich ist es unwürdig, wenn Kinder mit Deckadressen versehen werden, damit sie Hamburgs Schulen besuchen können“, so Dressel. Da müsse etwas getan werden. Mehr Kooperation sei hilfreich. „In der Metropolregion Hamburg wird sehr viel über infrastrukturelle und ökonomische Belange geredet“, sagte Gastgeber und SPD-Landtagskandidat Tobias Handke resümierend. „Es wäre ganz in meinem Sinne, wenn auch mehr Bildungsthemen Zugang fänden.“ Im Bereich Kitas und Schulen seien die nachbarschaftlichen Beziehungen zu Hamburg absolut ausbaufähig und zum Wohle der Kinder sehr wünschenswert.