Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!

Meldungen des Wasserbeschaffungsverbandes (WBV) zur Wasserqualität beruhigen nicht. Die SPD-Fraktion und die WBV Verbandsvertreter Werner Gutke und Dietrich Zimmermann bleiben kritisch. SPD stellt Antrag zur Kontrolle.

Tobias Handtke, Herr Zimmermann, Herr Gutke (v. l. n. r.)

Mit der Nachricht: “Endlich weiches Wasser für Neu Wulmstorf” konnte der WBV doch alle ein wenig überraschen. Heute soll wieder "weiches" Wasser, heißt Wasser mit weniger Kalkgehalt, aus den Neu Wulmstorfer Wasserhähnen fließen. So einer Pressemitteilung zu entnehmen, die anlässlich der Inbetriebnahme des neuen Wasserwerkes in Schwiederstorf an die Öffentlichkeit ging. "Wenn das alles so stimmt, ein für die Bürgerinnen und Bürger sicher gutes Ergebnis", bleibt der SPD-Fraktionsvorsitzender und Neu Wulmstorfer Landtagskandidat, Tobias Handtke, aber noch ein wenig skeptisch.

Dass überhaupt Bewegungen beim WBV stattgefunden haben, sei insbesondere auf das Engagement der Herren Gutke und Zimmermann zurückzuführen. Beide hatten sich nach der Versorgung mit deutlich härterem Wasser eingeschaltet und den Unmut der Bürger so eine Stimme verliehen. Erst nach der Kommunalwahl 2011 gelang es so der SPD diese beiden "Bürgerstreiter" gegen den Willen einer größeren Fraktion neu in die Verbandsversammlung des WBV zu entsenden. Das hat für Wirkung gesorgt, so Handtke, und verweist auf die zuletzt vorgebrachte WBV-Pressemitteilung jetzt wieder weicheres Wasser zu liefern. Kurios jetzt eine aktuelle Mitteilung des WBV von Anfang Dezember, das zum "weichen" Wasser aber genauere Annalysen nicht geliefert werden könnten. Es komme zu "Schwankungen" im Mischungsverhältnis der einzelnen Pumpstationen, die aus verschiedenen Brunnen gespeist werden. So bleibt doch weiter unklar, was da wirklich bei uns Kunden am Wasserhahn an- bzw. herauskommt. Der eigenen Ankündigung bis Ende November das Mischungsverhältnis und die Werte zu veröffentlichen ist der WBV leider bis heute nicht nachgekommen. "Zugesagte Informationen vom WBV kommen einfach nicht, wie die Geschäftsführung diese selber angekündigt haben. In einem Schreiben des WBV an sämtliche Haushalte Neu Wulmstorf vom 1.Dezember 2009 wurde geschrieben " Wir wollen den Dialog mit Ihnen zukünftig intensivieren und auf Ihre Sorgen und Fragen bezüglich des Trinkwassers schneller eingehen. Wir hoffen, dass wir so Ihr Vertrauen in unseren Verband zurückgewinnen. Die Neu Wulmstorfer Bürger, so die engagierten Verbandsvertreter Werner Gutke und Dietrich Zimmermann erwarten nun entsprechend den Ankündigungen zeitnahe Informationen und vertrauensbildende Maßnahmen.

Nach gemeinsamer Bewertung der Sachlage fordert nun die SPD Gemeinderatsfraktion, dieses über die Entnahme von Wasserproben vor Ort tatsächlich aufzuklären. Wir haben den Antrag eingebracht, so Handtke, dieses jetzt halbjährlich festzustellen und das Ergebnis zum Beispiel auf der Internetseite der Gemeinde zu veröffentlichen. Eine Qualitätssicherung zu erreichen und das in den vergangenen Jahren verloren gegangene Vertrauen wieder herstellen, ergänzt SPD-Ratsherr Thomas Grambow, ist Ziel dieses Antrages. So gilt auch hier der bekannte Spruch "Vertrauen ist gut, aber Kontrolle ist besser!“, erklärt Handtke die Intention für diesen Antrag.

Tobias Handtke
Vorsitzender
der SPD Gemeinderatsfraktion

 

Antrag:

Die SPD Fraktion beantragt den WBV zu beauftragen über den Landkreis Harburg den Bürgerinnen und Bürgern aus allen Ortsteilen halbjährlich die Wasserqualität beim Endverbraucher mitzuteilen. Die Ergebnisse sollen dazu auf dem Internetauftritt des WBV, der Gemeinde und im Amtlichen Mitteilungsblatt veröffentlicht werden.

 

Begründung:

Die Mitteilung des WBV, dass das gelieferte Frischwasser für die Gemeinde durch das neue Pumpwerk in Schwiederstorf geliefert wird, ist sehr zu begrüßen. Allerdings sind die Werte der Pumpwerke, aus dem das Wasser gespeist wird sehr unterschiedlich.
Ein sehr variables Mischungsverhältnis der Pumpwerke Schwiederstorf und Moisburg führt nicht dazu, dass angeführte Werte der jeweiligen Pumpstationen Klarheit und Transparenz beim Bürger verursacht. Nach der EU-Richtlinie sind bereits seit 2001 auch die Wasserbeschaffungsverbände rechtlich dazu verpflichtet die Wasserwerte, die beim Verbraucher ankommen (§ 14 Untersuchungspflichten der TrinkwV 2001), transparent zu veröffentlichen.