Die SPD Fraktion will Bürger bei Famila Ansiedlung stärker einbeziehen.

Mit dem mehrheitlichem Votum von SPD und UWG für den Aufstellungsbeschluss einer möglichen Ansiedlung eines Famila-Marktes in Neu Wulmstorf, hoffen die Sozialdemokraten, dass die Entscheidungsfindung weiter auf sachliche Art und Weise stattfindet.

SPD Fraktionsvorsitzender Tobias Handtke

„Das Vermieter und Händler aus der Bahnhofstraße eine mögliche Konkurrenz fürchten ist verständlich und nachvollziehbar“, erklärt der Fraktionsvorsitzender Tobias Handtke die Haltung seiner Fraktion und stellt klar: „Die Betrachtung ausschließlich aus der Händlersicht kann für die Politik kein alleingeltendes Merkmal sein. Die SPD Fraktion versteht sich als Vertreter der Bürgerinnen und Bürger, die sich immer wieder ein vielfältigeres Angebot im Bereich des Handels wünschen“, führt Handtke weiter aus und findet, dass einige Äußerungen seitens der Initiative gegen Famila, die in der Zielsetzung von der CDU und den Grünen unterstützt wird, schwer nachvollziehbar sind. Wenn behauptet wird, dass vergangene Investitionen in die Bahnhofstraße auf Bitten, (von wem eigentlich?) getätigt worden sind, ist die Frage zu stellen, wer als politischer Entscheidungsträger davon einen Nutzen hatte und ob wir in Dankbarkeit (wofür eigentlich?) Zukunftsfragen unbeantwortet lassen wollen. Auch bemerkenswert, dass noch im vergangenen Jahr ein überregionaler Sprecher der EDEKA Gruppe vor einer Verödung der Bahnhofstraße warnte und gleichzeitig Interesse als Investor für die ehemalige Meyn- Fläche bekundet hat. „Das entzieht der formulierten Sorge in Richtung Bahnhofstraße doch komplett die Glaubwürdigkeit.“ Die Bahnhofstraße wird, ob mit oder ohne Famila, auch in Zukunft eine zentrale Rolle einnehmen, denn mit dem S-Bahn Anschluss, Rathaus und Bücherei, Fachärzten und Apotheken, sowie dem Schulzentrum wird sie eine attraktive Achse bleiben, die es zu erhalten und auszubauen gilt, ohne Entwicklungen an anderer Stelle komplett auszuschließen.

„Wir werden sehr wohl abwägen, welche Vor- und Nachteile zu erwarten sind, das können wir aber erst nach Vorlage sämtlicher Gutachten bewerten. Es gilt aber auch der Grundsatz, dass die Umsatzverteilung vom Kunden entschieden wird und die Politik keine Bevorteilung unterstützen darf.“ Konstruktiv und in der Sache wohltuend ausgewogen empfindet der Fraktionsvorsitzende Handtke die Äußerungen des neu gewählten Vorsitzenden des Gewerbevereins, Frank Kockmann. Er diskutiert die Frage einer Ansiedlung mit der notwendigen Sachlichkeit und weist darauf hin, dass es zu begrüßen wäre, wenn sich die Gewerbetreibende mit ihrer Kraft verstärkt positiv für etwas einsetzen. Dazu gehören u.a. gemeinsame verkaufsoffene Sonntage und weitere Aktivitäten. Gleichwohl wird er die Ergebnisse einer Umfrage innerhalb des Gewerbevereins an die Politik weiterleiten und auch auf die möglichen entsprechenden Risiken und Möglichkeiten hinweisen.

Im Juni/Juli wollen die Sozialdemokraten dieses Thema erneut im Rahmen einer Veranstaltung aufgreifen, um die Bürger über die nächsten Schritte des laufenden Verfahrens zu informieren. Mit den Möglichkeiten einer direkten Bürgerbefragung wird sich die SPD intensiv beschäftigen. „Es hätte seinen Reiz auch in dieser Frage deutlich zu machen, dass Neu Wulmstorf eine Gemeinde aller Bürger ist und nicht nur einzelner Interessenvertreter“, erklärt Handtke abschließend.