Großer Zuspruch für eine“ Famila-Ansiedlung“ – SPD gibt den Bürgern ein Forum!

Trotz Unwetter und überschwemmten Straßen waren es an die 80 Bürgerinnen und Bürger, die der Einladung der SPD Fraktion zur öffentlichen Fraktionssitzung zum Thema "Famila- Ansiedlung" gefolgt sind. Nicht nur bekannte, vor allem auch kompetente Gäste, waren auf dem Podium um sich der Diskussion zu stellen: Christian Lahrtz, Geschäftsführer des „Famila“- Familienunternehmens, Gerhard Peters, Sprecher der IONW, Frank Kockmann, Vorsitzender des Gewerbevereins und Thomas Saunus, Fachbereichsleiter Bauen von der Gemeindeverwaltung. Als Gastgeber führte der Fraktionsvorsitzende der SPD, Tobias Handtke, als Moderator durch den Abend.

Frank Kockmann, Gewerbeverein
Christian Lahrtz, famila
Gerhard Peters, IONW
Teil des Publikums

„Wir wollten den Bürgern einen Überblick der verschiedenen Argumente geben und einen Dialog der Beteiligten fördern. Wir können rückblickend sagen, das ist uns vollständig gelungen,“ zeigt sich Handtke nach der Veranstaltung zufrieden.

Die unterschiedlichen Auffassungen  Podiumsteilnehmer wurden bereits zu Beginn sehr deutlich, insbesondere zu vergangenen Artikeln in der Presse wurde Stellung bezogen.

Der Gewerbevereinsvorsitzende Frank Kockmann konnte zugleich deutlich machen, dass der Gewerbeverein kein Votum abgeben kann, da das Ergebnis einer Umfrage kein eindeutiges Stimmungsbild gezeigt hat: „Wir haben unterschiedliche Meinungen im Gewerbeverein, sind aber überzeugt, dass die Politik kluge Entscheidungen treffen wird. Wir werden das gerne begleiten“, zeigt sich Kockmann überzeugt. Christian Lahrtz, gefragt von Tobias Handtke, ob das notwendige Verantwortungsbewusstsein als möglicher größter Einzelhändler vorhanden wäre, bringt zum Ausdruck, dass bei allen seinen 82 Standorten eine Beteiligung in den örtlichen Strukturen selbstverständlich ist. „Wir richten uns auf den Handel vor Ort aus und sind überall ein willkommener Partner, wir wissen um unsere Verantwortung“, gibt sich Lahrtz selbstbewusst.

Gerhard Peters, langjähriges CDU- Ratsmitglied und Gegner einer Famila Ansiedlung verwies in seinem Statement auf die vergangenen Jahre, in denen man den ansässigen Geschäften in der Bahnhofstraße die vorhandene Struktur gesichert habe und befürchtet durch „Famila“ eklatante Leerstände. Bei einer Ansiedlung „Familas“ in der Bahnhofstraße würde, so bestätigt Peters für die Initiative, kein Problem sein im Hinblick auf die Konkurrenzsituation im Lebensmittelbereich. Alleine ein Ansiedlung auf dem Meyn- Gelände in Verbindung mit den sogenannten „Non-Food“ Artikeln eines „ Familas“ wären die Bedrohung. Christian Lahrtz versuchte dieses Argument zu entkräften, indem er zusagte, dass man auf das bestehende Angebot in der Bahnhofstraße Rücksicht nehmen wird und rein aus wirtschaftlicher Sicht schon eher daran interessiert ist, zu allererst die Bedarfslücken im Ort zu schließen. Lahrtz betonte, dass die Märkte sich individuell an die Bedürfnisse der Bürger und an das vorhandene Gewerbe anpassen, sprich welchen Anteil Food- und Nonfood- Artikel  im Markt präsent sind. Weder Peters, als auch die anwesenden Vertreter von Edeka und Rewe legten hier Widerspruch ein.

Die Bürger nutzten nach diesen ersten Statements die Möglichkeit für Ihre Fragen und Bemerkungen zum Thema. Dabei wurde schnell deutlich, dass eine deutliche Mehrheit im Publikum sich für eine „Famila“- Ansiedlung ausspricht. Kritik gab es an den aktuellen unübersichtlichen Öffnungszeiten mit Mittagspausen in der Bahnhofstraße. Vielfach wurde erwähnt, dass man gerne, statt in Neugraben oder Buxtehude, in Neu Wulmstorf einkaufen würde, wenn es einen vergleichbares Angebot geben würde. Natürlich wurden auch Wünsche geäußert, wie die Ansiedlung eines Baumarktes oder Bekleidungsgeschäftes. Viele brachten auch zum Ausdruck, dass Sie keineswegs den Geschäften in der Bahnhofstraße den Rücken kehren werden, aber ein ergänzendes Angebot gern nutzen würden. Auf die Frage, wohin denn die Gewerbesteuer seines Unternehmens abgeführt wird, stellte Christian Lahrtz klar, dass dies selbstverständlich der Gemeinde zu Gute kommt. „Das haben nun alle gehört, das ist ein klares Bekenntnis“, hielt Handtke diese Botschaft für den Abend fest.

Nach fast zweieinhalb Stunden waren alle Fragen für diesen Abend beantwortet und keine Wortmeldung wurde übersehen.

Nach dem Dank an die Podiumsteilnehmer versprach Tobias Handtke, dass die SPD Fraktion zukunftsorientiert dieses Projekt weiter unterstützt und dabei auch die Sorgen der Händler aus der Bahnhofstraße ernst nimmt. „Der Dialog ist wichtig, gemeinsam kann Neu Wulmstorf als Einzelhandelsstandort dadurch viel gewinnen, die Chancen müssen aber erkannt werden, statt sich nur auf das Vergangene zu berufen“, so Handtke abschließend.