„So geht es nicht!“

PRESSEMITTEILUNG der SPD-Gemeinderatsfraktion Neu Wulmstorf SPD Kreis- und Ratsfraktionsvorsitzender Tobias Handtke sieht ein hohes Sicherheitsrisiko für Radfahrer an der L 235 in Neu Wulmstorf nach neuer Anordnung und stellt Antrag an die Kreisverwaltung.

In den vergangenen Wochen wurde an der L235 die Radwegebenutzungspflicht aufgehoben, da keine
besondere Gefahrenlage bestehen soll. Das bedeutet, dass Radfahrer ab dem 11. Lebensjahr auf der Wulmstorfer Straße fahren müssen. Die Durchführung wird von der Bevölkerung mit großem Unverständnis und Unmut aufgenommen!

In einer Bewertung der örtlichen Situation sind der Landkreis und der Sachbearbeiter Verkehr der PI Harburg zu dem Fazit gekommen, dass die besonderen Verhältnisse an der L 235 keine besondere Gefahrenlage begründen, da die Fahrbahn kurvenarm und übersichtlich ist. Ein Unfallschwerpunkt
durch hohes Verkehrsaufkommen und hohem Schwerlastverkehr sei hier nicht ersichtlich. Laut Wertung des Landkreises und der Unfallstatistiken der Polizeiinspektion Harburg ist eine Gefahrenlage in der Wulmstorfer Straße nicht gegeben.

Das führt zu Kopfschütteln und großem Unverständnis bei den Sozialdemokraten und ihrem Fraktionsvorsitzenden
Tobias Handtke, dessen Kinder selbst diesen Weg zum Sportzentrum Bassental mit dem Fahrrad nutzen.

„Bislang war die Kreuzung an der Lutherkirche mit der Bedarfsampel auch von den Radfahrern genutzt
worden. Ein Unfallschwerpunkt kann es schnell werden, wenn wir nun alle Radfahrer ab 11 Jahren dort auf die Straße zwingen“, so Handtke.

Wenn auch die Aussagen des Landkreises und des Sachbearbeiters Verkehr der PI Harburg rechtlich
korrekt sein mögen, haben die Vertreter der hiesigen Polizeidienststelle und der unteren Verkehrsbehörde
(Gemeinde Neu Wulmstorf) im Zuge der Verkehrsschau Bedenken hinsichtlich der Umsetzung
und der Sicherheit für die Radfahrer geäußert.

Die Gefahrenlage für Radfahrer auf der Fahrbahn kann aufgrund der Örtlichkeit mit der Straßensteigung,
der langgezogenen Kurve im Bereich der Wulmstorfer Straße sowie der Kurvenlage im Bereich der OD Wulmstorf sehr schnell begründet werden. Insgesamt wird die Sichtbarkeit der Radfahrer im Straßenbereich als kritisch angesehen. Kinder (ab dem 11. Lebensjahr), die Richtung Sportplatz oder
Feuerwehr fahren, werden von der unteren Verkehrsbehörde als besonders gefährdet angesehen.

Das Fahrverhalten vieler Autofahrer ist nicht den Vorschriften entsprechend; insbesondere bei Überholmanövern kann es zu gefährlichen Situationen kommen. Ein Hinweis auf die Missachtung der Verkehrsvorschriften bieten die regelmäßig stattfindenden Radarkontrollen des Landkreises in diesem
Bereich.

Das alles hat bislang kein Gehör gefunden, sodass sich nun die Politik einschaltet.

„Hinzu kommt“, so Handtke, dass dieser Gehweg auch von Fußgängern nicht übermäßig frequentiert ist. Seit vielen Jahren findet hier grundsätzlich ein geregeltes Miteinander zwischen Fußgängern und Radfahrern statt. Das nun wegen der Gesetzeslage aufzulösen und Verkehrsunsicherheit damit zu fördern, ist schwer nachzuvollziehen“, so Handkte.

„Dabei ist eine Lösung möglich, wenn man die besondere Situation und mit dem Verkehrsschild „Radfahrer frei“ die Vorrangigkeit für Fußgänger anerkennt, aber unsicheren Radfahrern das Benutzen weiterhin erlaubt“, schlägt Handtke nach Gesprächen mit der Gemeindeverwaltung vor.

Dieser Antrag liegt nun beim Kreis. Die SPD hofft auf die Einsicht der Kreisverwaltung. „Piktogramme und einseitige Schutzstreifen auf der Fahrbahn, sowie die Rad-Nutzungserlaubnis auf dem Gehweg wäre die Sicherheit für den sportlich und sehr geübten Radfahrer, der die Straße nutzen möchte. Für alle anderen bleibt es wie bisher auch, wobei der Fußgänger Vorrang genießt“, sieht Handtke als einen sinnvollen Lösungsweg.
„So wie jetzt darf es jedenfalls nicht bleiben.“

Tobias Handtke
Vorsitzender der SPD-Gemeinderatsfraktion
Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion

Dokumente